MitteKill Live PA
| Stage |
Date |
Time |
| Mixery Main Stage |
27.August 2011 |
01.00 - 02.00 |
Ein Name von hinten wie von vorne, ein Sound wie gereimt.
Bereits "Harter Rok", 2007 erschienen beim ehemaligen Berliner Flagschiff Kitty-Yo, war eine Hymne auf den tragischen Blues des Lebens. Und dieser lakonisch-melancholische Fluss zieht sich wie ein roter Faden auch durch die aktuelle Publikation des Wahlberliner Duos.
Neben der helmtragend-dadaistischen Elektro-Willi-Fraktion nun die vollblütigen Mittekiller, von der Mitte der Weg in die Peripherie, von der Stadt geht es in die Provinz und immer wieder retour.
Modul8 heisst das neue Label der beiden Klangkünstler. Aachen, Rheinland, politischer Pottslang trifft auf Kiezromantik. Und immer wieder die Frage: "Wasser oder Wodka?" 2003 haben sich der zugezogene Freedarich und sein Kompagnon Neurot über eine Anzeige im Berliner Stadtmagazin "Zitty" kennen gelernt ("Habe Hits - Suche Könner").
Die Hits, das sind hierbei wahre Slackerhymnen. Im Grunde sei man ja ohnehin "20000 Klassen" hängengeblieben. Dennoch der radikale Entschluss, da weiterzumachen, "denn ich lieb den Scheiss und werd ihn immer lieben …". L'art pour l'art? Eher Poeten-Pop unter anderen Vorzeichen.
Mit kaputten Sonnenbrillen, Netzshirt und zerbeulten Laptops geht es in Richtung "Spielplatz". Hinaus an Seen und Klangwiesen, Spielplätze, angefüllt mit Stromguitarren und ausrangierten Korgs. Man hört den Spass an der Musik, das jahrelange Probieren, den unaufdringlichen Perfektionismus. Nachhall der schnellen Jahre, so in "Liebling": hingerotzte Liebesschwüre.
Punk und Stinkefinger, Augenzwinkern, dann wieder Poesie: "Auf in der Krieg" ist so eines dieser wunderbaren Poeme, ein Weihnachtslied für den Sommer, Losbuden, Grössenwahn und Riesenrad (vgl. das kongeniale Video auf Youtube).
Da macht sich jemand nackig für die Kunst, träumt von der großen Bühne und schenkt uns nebenbei "ein wundersames Lied, der Esel verkleidet sich als Beat, darauf reiten wir so jetzt zur Tat, zur Nummer Eins der göttlichen Charts." Eine Platte als sublimierte Verarbeitung diversester Genres zeitgenössischer Popmusik. Mal Rok, mal Synthie-Pop, mal Minimaltechno. Der Weg ist das Ziel, so far, so good.
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